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Varta beantragt Insolvenz – Batteriewerk in Dischingen zunächst nicht betroffen

2026-07-25 · metricool · Archiv-ID: metricool:152008758287220_1628715195924057
Varta beantragt Insolvenz – Batteriewerk in Dischingen zunächst nicht betroffen Der Batteriehersteller Varta hat beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenzanträge für vier Gesellschaften gestellt. Betroffen sind die Varta AG mit Sitz in Ellwangen sowie die Tochtergesellschaften Varta Microbattery, Varta Micro Production und Varta Storage. Für den Landkreis Heidenheim besonders wichtig: Das große Werk für Haushaltsbatterien in Dischingen gehört nach aktuellem Stand nicht zu den insolventen Gesellschaften. Das Dischinger Werk ist Teil des Geschäfts mit klassischen Haushaltsbatterien. Dort waren nach zuletzt veröffentlichten Standortzahlen rund 540 Menschen beschäftigt. Der Bereich Varta Consumer Batteries sei rechtlich und operativ vom übrigen Konzern getrennt und finanziell eigenständig aufgestellt, teilte das Unternehmen mit. Eine unmittelbare Insolvenz des Standorts Dischingen ist deshalb derzeit nicht bekannt. Eine langfristige Bestandsgarantie lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Wichtige Gläubiger um die Deutsche Bank und mehrere Finanzinvestoren wollen das profitable Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem bisherigen Konzern herauslösen und übernehmen. Für das Werk in Dischingen könnte dies einen Eigentümerwechsel bedeuten. Welche konkreten Folgen dies für den Standort, die Beschäftigung und die künftige Unternehmensstruktur hätte, wurde bislang nicht öffentlich erläutert. Für die Varta Micro Production GmbH und die Varta Storage GmbH ordnete das Amtsgericht am Freitag, 24. Juli 2026, erste Sicherungsmaßnahmen an. Zwangsvollstreckungen wurden vorläufig untersagt oder eingestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Stuttgarter Rechtsanwalt Tobias Wahl bestellt. Die Verfahren werden unter den Aktenzeichen 6 IN 1385/26 und 6 IN 1386/26 geführt. Die Beschlüsse bedeuten noch nicht, dass die Insolvenzverfahren endgültig eröffnet sind. Zunächst prüft das Gericht unter anderem, ob ein Insolvenzgrund vorliegt und ausreichend Vermögen vorhanden ist, um die Verfahrenskosten zu decken. Erst danach folgt die Entscheidung über die formelle Eröffnung. Varta erklärte, mit dem Schritt eine Sanierung und die Fortführung des Geschäftsbetriebs ermöglichen zu wollen. Nach Unternehmensangaben sollen Löhne und Gehälter zunächst weitergezahlt werden. Insgesamt beschäftigt der Konzern derzeit rund 3.260 Menschen, ein großer Teil davon am Stammsitz in Ellwangen. Als Gründe für die erneute Krise nennt das Unternehmen deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Wechselkurseffekte und den Verlust eines wichtigen Großkunden. Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich dabei um Apple. Der Technologiekonzern will wiederaufladbare Knopfzellen für seine Kopfhörer künftig offenbar aus China beziehen. Die Produktion im Varta-Werk Nördlingen soll deshalb im Herbst eingestellt werden, rund 350 Arbeitsplätze sind betroffen. Die Entwicklung ist besonders bemerkenswert, weil Varta seine vorherige finanzielle Sanierung erst im Frühjahr 2025 für abgeschlossen erklärt hatte. Damals wurden 60 Millionen Euro neues Kapital bereitgestellt und eine weitere Finanzierung über 60 Millionen Euro vereinbart. Die Verschuldung wurde nach Unternehmensangaben auf 230 Millionen Euro reduziert. Porsche und der österreichische Unternehmer Michael Tojner wurden neue mittelbare Eigentümer. Varta bezeichnete sich damals als finanziell solide und zukunftsfest aufgestellt. Nur rund 16 Monate später reicht diese Finanzierung offenbar nicht mehr aus. Nach Angaben der Gläubiger bestand kurzfristig zusätzlicher Kapitalbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die bisherigen Eigentümer waren demnach nicht bereit, weiteres Geld zur Verfügung zu stellen. Die 2025 abgeschlossene Sanierung hat damit ihr wesentliches Ziel, den Konzern dauerhaft finanziell zu stabilisieren, nicht erreicht. Varta betont, derzeit noch nicht zahlungsunfähig zu sein. Ohne zusätzliches Kapital drohe jedoch eine Überschuldung. Das Insolvenzverfahren soll deshalb genutzt werden, um Unternehmensteile neu zu ordnen, Investoren zu suchen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Für die Wirtschaftsregion Ostwürttemberg ist die Entwicklung von großer Bedeutung. Varta gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Industrieunternehmen der Region und beschäftigt an den Standorten Ellwangen und Dischingen eine große Zahl von Menschen. Hinzu kommen mögliche Auswirkungen auf Zulieferer, Dienstleister und weitere Unternehmen im regionalen Batterienetzwerk. Für die Beschäftigten im Landkreis Heidenheim besteht nach aktuellem Stand keine unmittelbare Veränderung: Die Varta Consumer Batteries und das Werk in Dischingen sind nicht Teil der vier Insolvenzanträge. Offen bleibt jedoch, unter welchem Eigentümer der Bereich künftig weitergeführt wird und ob die geplante Abspaltung langfristig Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Investitionen oder Produktion haben wird. In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, ob für die betroffenen Varta-Gesellschaften tragfähige Sanierungslösungen gefunden werden. Ebenso offen ist, ob der Konzern in seiner bisherigen Form erhalten bleibt oder dauerhaft in mehrere eigenständige Unternehmen aufgeteilt wird. //tfh(k) #Varta #VartaAG #VartaInsolvenz #Dischingen #Ellwangen #Nördlingen #Batterieindustrie #Haushaltsbatterien #VartaConsumerBatteries #Arbeitsplätze #Wirtschaft #Industrie #Ostwürttemberg #Unternehmenskrise #Insolvenzverfahren #Presse #landkreisheidenheim #Heidenheimer #Zeitung #HDHNews #Heidenheimnews
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